Wenn Menschen älter werden, werden die Haare grau. Sind sie schon sehr alt, werden die Haare weiß. Das kommt daher, weil der Farbstoff Melanin fehlt, der im Alter immer weniger produziert wird.

In der Antike galten alte Menschen – zumindest in der Oberschicht – als weise. Man erkannte an, dass sie viele Höhen und Tiefen in ihrem Leben erlebt hatten und respektierte ihre Lebenserfahrung. Das Urteil alter Menschen hatte Gewicht. Ihre graue oder weiße Haarfarbe war ein sichtbares Kennzeichen dafür.

Wie ist das heute? Gelten ältere Menschen heute noch als weise? Und ist das heute überhaupt noch wichtig?

Wenn man sich unsere Gesellschaft ansieht, scheint das Thema "Weisheit im Alter" eher ein Randthema zu sein. Nicht Weisheit ist das höchste Gut, sondern sein Leben zu genießen. Das gilt für jung wie alt.

Und so erlebt man Rentner, die so im Freizeitstress sind, dass man sich manchmal frägt, ob es für sie nicht besser wäre, wieder ins Berufsleben zurückzukehren, wo die Dinge einen geregelteren Gang gehen. Von anderen Rentnern hört man, dass sie in Urlaub gehen. Dass damit die Bedeutung von Urlaub verzerrt wird – der ja nichts anderes sein soll als eine Erholung vom Berufsleben und somit nur für die arbeitende Bevölkerung in Frage kommt – stört die wenigsten.

Jung sein und das Leben zu genießen sind die Ideale unserer Zeit. Und so lassen sich alte Menschen auch die Haare färben, um auch noch den letzten Rest an Zweifel darüber auszulöschen, dass man nicht mehr „in“ sei und am genusssüchtigen Treiben dieser Welt nicht mehr teilnehmen könne. Durchhalten, lautet die Devise. Nur ja keine Schwäche zeigen und mitnehmen, was man kann. Sterben müssen wir ja ohnehin alle, oder? „Lasst uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot!“

Auf einen Nenner gebracht bedeutet das, dass es in unserer Zeit keine große Rolle spielt, ob jemand jung oder alt ist. Das wichtigste Ziel ist es, das Leben zu genießen, und das ändert sich auch im Alter nicht. Es gibt einfach keine größere Weisheit, die der Mensch – sei er jung oder alt – haben könnte.

Wirklich? Wer etwas nachdenkt, den müssen ernsthafte Zweifel beschleichen angesichts einer solchen Lebensauffassung. Hat unser Leben wirklich nur den alleinigen Zweck, dass wir es genießen, solange wir können? Ist die wunderbar komplexe Maschinerie in unseren Zellen, die sich auf der molekularen Ebene Tag für Tag, Stunde für Stunde, Minute für Minute und Sekunde für Sekunde abspielt, nur dazu da, damit wir Spaß haben?

Viele Zeitgenossen glauben genau das. Sie meinen, dass die Welt durch einen großen Knall entstanden ist, unser Sonnensystem sich von selbst aus einem „Urnebel“ gebildet, und sich der Mensch durch einen zufallsgesteuerten Prozess aus einer „Urzelle“ entwickelt hat, so dass wir – als höchstentwickelte Lebensform auf diesem Planeten – nun tun und lassen können, wonach uns der Sinn steht.

Doch die Zweifel mehren sich. Man hat zum Beispiel herausgefunden, dass die Naturgesetze in unserem Universum so genau aufeinander abgestimmt sind, dass selbst einige der prominentesten Atheisten unserer Zeit zugeben, dass dies nicht durch zufällige Prozesse erklärt werden kann. Dass da mehr sein muss, als nur unser Universum, dass es eine höhere, geordnete Struktur geben muss, aus der heraus sich alles erklären lässt. Denn Ordnung entsteht nicht von selbst aus dem Chaos, nicht in Jahrmillionen und Jahrmilliarden, das lassen die Naturgesetze der Physik und Chemie schlichtweg nicht zu!

Damit komplexe Ordnung entsteht, wie wir sie im Fall von Leben vorfinden, brauchen wir einen intelligenten Urheber, der diese Ordnung schuf. Das sagt uns schon die Erfahrung, wenn wir zum Beispiel ein Flugzeug betrachten und erkennen, dass es nicht durch einen Zufallsprozess entstanden ist, sondern durch intelligente Konstrukteure. Es gibt überhaupt keine andere wissenschaftlich beweisbare Erklärung für komplexe Information, wie wir sie im Fall von Leben vorfinden, als die eines intelligenten Urhebers. Und dieser Urheber ist Gott. Nur Gott war intelligent genug, sich all das auszudenken – wir Menschen können nur forschen und staunend nachvollziehen, wie komplex und wunderbar geordnet doch unser Universum und das Leben ist.

Wenn aber die wissenschaftlichen Indizien mehr und mehr auf einen Schöpfer hinweisen, hat das ernsthafte Konsequenzen. Dann kommt die Lebenseinstellung vieler Zeitgenossen ins Wanken, die meinen, dass sie ihr Leben so leben können, wie sie wollen. Denn wenn es einen intelligenten Schöpfer gibt, dann bedeutet das, dass er alles zu einem bestimmten Zweck erschuf. Dann hat unser Leben – über unsere eigenen Vorstellungen hinaus – einen höheren Sinn. Kurzum, dann können wir nicht mehr so leben, wie wir wollen, sondern müssen uns fragen, was der Schöpfer eigentlich über unser Leben denkt, und was er von uns will. Dann sind wir dem Schöpfer gegenüber verantwortlich.

An diesem Punkt geht uns auf, dass wir ein Problem haben. Denn wer kann schon von sich behaupten, dass er so lebt, wie der Schöpfer es will? Selbst diejenigen, die Gott kennen – und das ist möglich, doch dazu am Schluss noch ein paar Worte – können nicht von sich behaupten, dass sie ganz nach den Vorstellungen des Schöpfers leben. Sie sind sich darüber im Klaren, dass sie von Natur aus Schuld gegenüber dem Schöpfer haben, ganz einfach deswegen, weil sie – wie alle Menschen – Egoisten sind, und lieber ihre eigenen Wege gehen. Von Natur aus interessiert sich der Mensch nicht für den Willen Gottes, und er sucht ihn auch nicht.

In der Bibel heißt es dazu:

„Wir alle gingen in die Irre wie Schafe, jeder wandte sich auf seinen Weg;“ (Jes 53, 6)

Menschen, die ihr Leben so leben, wie sie wollen, gehen nach der Bibel in die Irre. Sie sind wie Schafe, die sich vom Hirten weit entfernt und verirrt haben. Sie befinden sich in Lebensgefahr, weil der Wolf jederzeit kommen kann, um sie zu zerreißen.

Der Hirte ist Gott selbst, oder genauer gesagt, Jesus Christus, der Sohn Gottes. Jesus Christus ist der Gott-Mensch, der vor rund 2000 Jahren auf dieser Welt lebte. Jesus Christus starb am Kreuz und wurde am dritten Tag wieder von den Toten auferweckt.

Er musste sterben, weil die Schuld der Menschen sie von Gott trennt. Ihre Schuld ist der Egoismus, der sie ihr eigenes Leben leben lässt. Sie haben sich vom guten Hirten – Jesus Christus – entfernt und stehen in der Gefahr, in ihrem egoistischen Zustand, in dem sie sich befinden, zu sterben. Wer aber in diesem Zustand stirbt, kommt nach seinem Tod an einen schrecklichen Ort der ewigen Qual und des ewigen Verderbens, den die Bibel Hölle oder Feuersee nennt. Das ist die Lebensgefahr, in der sich jedes Schaf beziehungsweise jeder Mensch von Geburt an befindet.

Damit ein Mensch aus dieser lebensgefährlichen Situation entkommt, muss er nach der Bibel eines tun: Er muss an Jesus Christus glauben. Das heißt, er muss darauf vertrauen, dass das Opfer, das Jesus Christus am Kreuz gebracht hat, ausreicht, um seine Schuld vor Gott zu bezahlen. Er muss Jesus Christus als die oberste Autorität über sein Leben anerkennen, so wie ein Schaf seinen Hirten anerkennt. Wer dies tut, wird nicht nur frei von seiner Schuld, sondern er erhält auch das ewige Leben. Er wird zu einem Kind Gottes und darf nach seinem Tod in Ewigkeit bei Gott bleiben.

Kinder kennen ihren Vater. Genauso kennen Kinder Gottes Gott. Dies wird möglich, weil Gott denen, die an seinen Sohn Jesus Christus glauben, die Geburt aus dem Geist schenkt. Sie erhalten dadurch Gottes Geist, der auf ewig bei ihnen bleiben wird.

Viele Menschen unserer Zeit gehen an diesen Dingen vorbei. Sie werden älter und werden trotzdem nicht weiser. Sie bleiben bei der Weisheit, die diese Welt zu bieten hat. Genau das aber ist bei Gott eine Torheit. Wer hingegen innehält und sich aufmacht, Gott zu suchen, dem verspricht Gott, dass er ihn finden wird. Er wird Gottes Weisheit finden, die größer ist als die Weisheit dieser Welt, und das ewige Leben ernten, anstatt ewiges Verderben.


„Denn weil die Welt durch ihre Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott, durch die Torheit der Verkündigung diejenigen zu retten, die glauben.“ (1. Kor 1, 21)